Was Ihr zum Berufsstart wissen müsst: wir planen die nächste Tutzinger Journalistenakademie (8./9.9.)

„Was Ihr zum Berufsstart wissen müsst“ – unter diesem Motto lade ich gemeinsam mit den Kollegen des Münchner Aus- und Fortbildungskanals afk.tv am 8./9. September zur Tutzinger Journalistenakademie an den Starnberger See. An der Akademie für Politische Bildung kann dann hoffentlich eine große Schar junger Journalisten (und die, die es einmal werden wollen) mit Ausbildern und Weiterdenkern, Experten und Visionären des (digitalen) Journalismus. Wieder möchte ich hier darüber informieren, was wir uns bei der Planung der einzelnen Panels und beim Einladen der Podiumsgäste gedacht haben und gerne auch Eure Meinung hören. Das Programm gibt’s hier als PDF und zur Online-Anmeldung geht’s hier.

Wer als Journalist arbeiten will, muss sich auf etwas gefasst machen. Die digitale Revolution in Staat und Gesellschaft krempelt nämlich auch die Medienlandschaft um und sorgt dafür, dass ein Journalist – scheinbar – immer mehr gleichzeitig können muss: Immer mehr und komplexere Themen in immer kürzerer Zeit bearbeiten, am besten gleichzeitig in Print, Audio, Foto und Video; die Reaktionen des Publikums auf allen Rückkanälen beantworten und das, was in den Sozialen Netzwerken passiert, als Quelle für weitere Recherchen nutzen.

Was tun? Am besten alles irgendwie können? Oder Experte für ein Fachgebiet werden? Oder der beste VJ weit und breit? Klar ist nur: Einfach „was mit Medien“ machen zu wollen, genügt schon lange nicht mehr. Wir versuchen also an der Akademie für Politische Bildung einen Überblick darüber zu geben, wie und an welchen Projekten Journalisten im Jahr 2016 – und hoffentlich auch noch danach – arbeiten. Und darum soll’s genau gehen:

Warum es sich lohnt, heute Journalist zu sein. Unsere Keynote soll erst einmal Lust machen auf Journalismus, und den Sprecher muss ich dem digital versierten Leser – zumal in Bayern – nicht vorstellen: Richard Gutjahr, Journalist (für seinen eigenen Blog, für den Bayerischen Rundfunk und viele mehr), Speaker, Trainer und einer der Visionäre des Digitalen hierzulande. Nach seinem Input diskutiert Richard darüber, wie es ist nach der Entlassung in die Freiheit als freier Journalist zu (über)leben (hier bereits ein Interview mit Richard im journalist zum Thema aus dem Jahr 2014). Mit aufs Podium kommen dann die Reisende Reporterin Jessica Schober, die auf Wortwalz und als Burgenbloggerin für Aufsehen gesorgt hat, und eine der beiden Macherinnen von CrowdspondentLisa Altmeier und Steffi Fetz waren im Auftrag ihrer Unterstützer bereits drei Monate in Japan, Brasilien und quer durch Deutschland unterwegs.

Zwei Panels beschäftigen sich mit der Frage, wie ansprechende und politische Inhalte an ein junges Publikum gebracht werden können. Mit dem Schwerpunkt Print & Online beschäftigen sich dann Jakob Biazza, stellvertretender Redaktionsleiter von jetzt.de, und Marco Eisenack, Inhaber der text:bau Agentur für Medien und Kommunikation. Wie der Rundfunk Online, Politisches und Qualität künftig verbinden möchte, besprechen wir mit Sophie Burkhardt. Sie ist die Beauftragte des ZDF für das geplante „Junge Angebot“ der Öffentlich-Rechtlichen, somit dessen stellvertretende Geschäftsführerin, und kann hoffentlich schon etwas darüber verraten, was uns bereits einen Monat später Junges erwarten soll…

Wie die Moderatoren bei dieser Zusammensetzung zu Wort kommen sollen, ist mir noch nicht so ganz klar: „Zwischen Schnelligkeit und Sorgfalt – was ich von Journalisten erwarte“, so lautet das Thema eines Panels, zu dem der Moderator, Satiriker und Autor Philipp Walulis (Walulis sieht fern!), die bayerische Grünen-Landtagsabgeordnete Katharina Schulze (übrigens die Einzige, die meiner Ansicht nach in diesem hohen Haus verstanden hat, wie Social Media wirklich funktionieren) und hoffentlich auch Bumillo – Autor, Slammer, Moderator und als Dr. Christian Bumeder übrigens auch promovierter Filmwissenschaftler. Dieses Panel wird mit Sicherheit sehr informativ, und vor allem sehr unterhaltsam!

Ganz besonders freue ich mich auf ein Klassentreffen: Class of 2006 – wie ich wurde, was ich heute bin. Aufs Akademiepodium habe ich drei starke Frauen eingeladen, mit denen ich vor zehn Jahren gemeinsam (und übrigens mit gefühlt 90 Prozent  weiblichen Mitstreiterinnen) in der Journalistenausbildung der Passauer Neuen Presse/der Kapfinger-Stiftung meinen Berufsweg begonnen habe. Andrea Rexer hat ihr studienbegleitendes Volontariat 2006 beendet und ist heute Leitende Redakteurin Geld/Finanzen bei der Süddeutschen Zeitung; 2006 ihr Volontariat in Niederbayern begonnen haben Anne Schafmeister und Iris Tietze, die eine ist heute für die Interne Kommunikation bei der Lufthansa CARGO zuständig, die andere Redakteurin bei der Lebensmittel Zeitung im Deutschen Fachverlag. Mit ihnen möchte ich darüber sprechen, warum sie sich an welchen Wegmarken für bestimmte berufliche Schritte entschieden haben, ob die Ausbildung sie auf das vorbereitet hat, was da kam, oder was einen fähigen Journalisten ausmacht.

Zu guter Letzt gibt’s noch zwei spannende Inputs zu neuen Modellen im digitalen Journalismus: Aline-Florence ButtkereitGeschäftsführerin des MedienNetzwerks Bayern und Virtual-Reality-Enthusiastin – spricht über die Möglichkeiten für Journalisten in und mit der Virtual Reality. Christian Simon – einer der Macher des Social Media Watchblogs (hier sein Torial-Profil) – spricht über das Verifizieren digitaler Quellen.

Und dann haben wir ja auch noch eine kleine „Ausbildungsmesse“. Was als kurzes Brainstorming darüber begann, welche und gut bekannten und/oder befreundeten Medienschaffenden wir noch einladen könnten, hat sich inzwischen zu einer Abendveranstaltung entwickelt, bei der wir vor allem Ausbilder und den Nachwuchs netzwerken lassen wollen – und darüber hinaus auch noch Infomaterial über Studiengänge etc. verteilen. Dazu kommen auf jeden Fall: der Leiter der Ausbildungsredaktion des Bayerischen Rundfunks Clemens Finzer, Prof. Dr. Renate Hermann von der Hochschule Ansbach, Prof. Markus Kaiser von der Technischen Hochschule Nürnberg, mein Mitorganisator Klaus Kranewitter von afk.tv, Nicole Schwertner vom MedienCampus Bayern. Und es könnten noch mehr werden…

Ich kann nur sagen: Nutzt die Chance, an der Akademie für Politische Bildung mit Journalistinnen und Journalisten Eurer Generation, mit etablierten Experten und Visionären des digitalen Journalismus ins Gespräch zu kommen. Herzliche Einladung an den Starnberger See! Das Programm gibt’s hier als PDF und zur Online-Anmeldung geht’s hier. Fragen und Kommentare hier, auf der Akademie-Facebookseite und die diversen anderen Akademie-Social-Media-Kanäle sind ausdrücklich erwünscht.

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