Lachen und Leiden in der Vorweihnachtsbäckerei

Ich habe mich ziemlich rar gemacht in den vergangenen Wochen: Umzug, Computerschaden, viel erlebt außerhalb der Blogosphäre – es bleib einfach keine Zeit zur Pflege dieser Seiten. Das wird nun ein wenig nachgeholt: Ich hatte das große Vergnügen, den Film „Was machen Frauen morgens um halb vier“ zu sehen und ein Interview mit Regisseur Matthias Kiefersauer für die Passauer Neue Presse zu führen. Wer sich die vorweihnachtliche, bayerische Komödie mit ernstem Hintergrund selbst ansehen möchte, hat die Gelegenheit am 18. Dezember 2013 zur Primetime im Ersten.

Und dann seht Ihr, wie die Bäckerei Schwanthaler mit ungewöhnlichen Mitteln ums Überleben kämpft. Über Franzi Schwanthaler (Brigitte Hobmeier) stürzt der Himmel ein: der Bäckerin bleiben wegen der neuen Billigkonkurrenz die Kunden weg, die Schulden drücken, der Vater (Peter Lerchbaumer) erleidet einen Herzinfarkt, und die aus Berlin angereiste Schwester (Muriel Baumeister) liefert nicht mehr als gute Ratschläge. Doch in der Not besinnt sich Franzi auf die Mittel der Konkurrenz – die Globalisierung. Das Duo aus den beiden Hauptdarstellerinnen harmoniert dabei prächtig, ist wie immer wunderbar anzuschauen und spielt durchweg überzeugend.

Matthias Kiefersauer (Foto: Volker Derlath/Agentur Heppeler)

Matthias Kiefersauer (Foto: Volker Derlath/Agentur Heppeler)

Regisseur Matthias Kiefersauer beantwortete in der Filmgalerie Bad Füssing die Fragen der Kinobesucher mit Charme und Witz und erzählte viel über die Produktion des Films. So befindet sich die Bäckerei Schwanthaler in Wirklichkeit an zwei Orten: die Szenen aus der Backstube wurden in Holzkirchen gedreht, die aus dem Verkaufsraum in Bad Tölz. Dazu kamen wirkliche Außendrehs in Altperlach wie Dubai, und vorgetäuschte Wüstenszenen aus dem Studio. Eingespannt waren für die Produktion selbst ein Sohn des Regisseurs, der Bilder für die Bäckerei-Einrichtung malte, der Vater der Bühnenbildnerin, der seinen Bulldog zur Verfügung stellte, und Assistenten von „Mission Impossible“, die in Dubai während ihrer Produktion zwischendurch die deutschen Kollegen unterstützten. In 22 Drehtagen waren dabei mindestens 15 Stunden Filmmaterial zusammengekommen, die nun auf 88 1/2 äußerst unterhaltsame, urkomische, nachdenkliche, schlagfertige  und wortwitzige Minuten geschnitten wurden. Lediglich auf die Schlussszene – von den Fernsehmachern vorgeschrieben, auf multikulturell getrimmt, aber nicht so wirkend – hätte man gerne verzichten können. Dann wäre der Film aber fürs Erste zu kurz gewesen.

Weil „Was machen Frauen morgens um halb vier?“ viel mit Christstollen zu tun hat, haben die Kinobetreiber Karin und Christian Mitzam außerdem nach den besten selbstgemachten Stollen gesucht. Die Meisterwerke probiert und bewertet haben nicht nur die gut 150 Zuschauer in der Filmgalerie, sondern hauptsächlich Phil Petelski vom Café Naschwerk in Bad Füssing. Der Konditor zeichnete die Stollen aus von: Franziska Glechner, Maria Gramüller und Maria Zettl. Die Gewinnerin freut sich über einen Kinogutschein für zwei Personen für ein halbes Jahr, die Zweitplatzierte erhält einen Gutschein für zwei Personen und zwei Monate, die Drittplazierte zwei Kinogutscheine.

Hier könnt Ihr noch das Interview als PDF nachlesen, das ich im Vorfeld seines Besuchs mit Regisseur Matthias Kiefersauer geführt habe: sebhaas_Interview_Kiefersauer

INFO: In der Filmgalerie Bad Füssing ist „Was machen Frauen morgens um halb vier?“ am Donnerstag um 19.30 Uhr, am Samstag um 19 Uhr, am Sonntag um 17.15 Uhr und am Mittwoch um 17 Uhr zu sehen, im Fernsehen am Mittwoch, 18. Dezember, um 20.15 Uhr im Ersten. Auch der nächste Besuch in der Filmgalerie steht bereits fest: Am 23. Januar 2014 kommt Schauspielerin Ursula Werner, die 2009 mit dem Deutschen Filmpreis als beste weibliche Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Wolke Neun ausgezeichnet wurde.

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