Vaterfreuden (X): Unterwegs

Nach mehr als vierzehn Monaten auf dieser Welt scheint nichts mehr den Bewegungsdrang meiner Tochter einschränken zu können. Wie Babys und Kleinkinder vorankommen, habe ich in einer kleinen Übersicht zusammengestellt.

Wenn wir zu Anfangszeiten viel Glück hatten, dann schlief unsere Kleine ohne großes Theater im Kinderwagen - hier im fränkischen Veitshöchheim im aufgeschraubten Maxi Cosi (Foto: Haas).

Wenn wir zu Anfangszeiten viel Glück hatten, dann schlief unsere Kleine ohne großes Theater im Kinderwagen – hier im fränkischen Veitshöchheim im aufgeschraubten Maxi Cosi (Foto: Haas).

Kinderwagen

Was war das anfangs für ein Theater. Eigentlich konnten wir in den ersten Lebensmonaten unserer Kleinen nur mit dem Kinderwagen hinaus, wenn sie darin geschlafen hat. Beim kleinsten Holpern oder Hupen wachte sie bereits auf – und das Geschrei ging los. Und heute? Die Kleine sitzt aufrecht in ihrem Gefährt, lehnt sich interessiert nach vorne, dreht sich interessiert in alle Richtungen, tastet Wände an, winkt Spaziergängern zu, wedelt mit den Händen und genießt das Leben als Chauffierte.

Das Tragetuch

…war am Anfang unser Lebens- und Stimmungsretter. Wenn gar nichts mehr ging – oder wir uns mit unserem Schreihals doch nach draußen trauen wollten – packten wir die Kleine an die Brust, wickelten geschwind das gefühlt 30 Meter lange Tuch um unsere Körper und schon nach wenigen Minuten war sie eingeschlafen. Ihr Schnaufen und Räkeln am Bauch zu spüren, war wirklich ein schönes Gefühl, und die Passanten staunten meist nicht schlecht, wenn sie das kleine Baby in dem Tuch hängen sahen.

Auto

Alles beginnt mit dem unvermeidlichen Maxi Cosi. In dem liegt das kleine Bündel recht sicher im Auto, schaut mit Blickrichtung hinten aus dem Fenster und schläft meist gleich ein. Doch haben alle Kindersitze – seien sie für Säuglinge oder Achtjährige konzipiert – einen entscheidenden Nachteil: sie schränken die Bewegungsfreiheit ziemlich ein. So ist es auch mit dem Modell, das wir heute benutzen. Vor dem Bauch der Einjährigen befindet sich ein sogenanntes Sicherheitskissen, Arme und Beine kann sie gerade so seitlich, nach oben bzw. unten herausstrecken. Ein Spielzeug oder gar ein kleines Kinderbuch kann sie zwar halten, mehr aber auch nicht. Langeweile und Quengeln sind meist die Folge – aber die Eltern haben zumindest das Gefühl, alles für die Sicherheit des Kindes im Straßenverkehr zu tun. Wir sind schon seit Monaten dazu übergegangen, längere Fahrten immer erst abends zu beginnen, wenn die Kleine eingeschlafen ist. Wenn sie dann in der Liegeposition ihres Sitzes vor sich hin schnorchelt (und nur ganz selten unruhig wird oder sogar aufwacht), haben wir alle eine ruhige Fahrt. Und wenn wir tagsüber länger unterwegs sind? Da hilft nur eines: Mama fährt, und Papa, dessen Magen jede noch so kurvige Autofahrt mitmacht, setzt sich nach hinten. Da versucht er dann, die Kleine mit Spielchen und möglichst klecker- und bröselfreiem Essen zu bespaßen.

Zu Fuß

Spazierengehen kann man das nicht nennen, was man mit einem etwa einjährigen Kind da veranstaltet – es ist vielmehr Spazierenstehen. Außerhalb unserer Wohnung kommt die Kleine von alleine kaum vom Fleck. Schließlich gibt es viel zu viele interessante Dinge zu entdecken. Die Wiese ist voller Blumen und Blüten, an denen man herumzupfen kann. Der Weg ist voller Pflaster- oder Kieselsteine, nach denen man sich bücken muss. Will Papa nach links, will man lieber nach rechts, will er bergauf, geht man bergab, so geht es drei Schritte vor und zwei zurück, einen hin und einen her. Und der Vater, der die Kleine auf Stein und Asphalt sicherheitshalber an den Händen hält, bekommt langsam Rückenschmerzen. Da hilft nur noch…

Fortbewegung mit schönster Aussicht. Das Wandern in der Kraxe genießt die Kleine besonders (Foto: Haas).

Fortbewegung mit schönster Aussicht. Das Wandern in der Kraxe genießt die Kleine besonders (Foto: Haas).

Die Kraxe

Die ist und bleibt mein Lieblingsstück. Ich mag diesen Rucksack, an dem ich das Kleinkind (dank Regen- und Sonnenschutz bei Wind und Wetter) durch die Gegend schleppen kann. Eine für Träger und Getragene bequeme Lösung – sofern das Teil richtig justiert ist. Der Kleinen gefällt natürlich besonders die Aussicht aus etwa 1,70 Meter Höhe: an Papas Hals und Hinterkopf (den man nebenbei so schön kraulen, kitzeln oder anniesen kann) vorbei hat sie alles bestens im Blick, was oftmals mit regelrechtem Jubel oder Quietschen quittiert wird. Und es schaukelt so schön, dass man dann manchmal doch einschläft. Da hilft dann nur, den Kopf mit irgendeinem Kleidungsstück abzustützen, damit er nicht die ganze Zeit links oder rechts hinab baumelt.

In einer Kraxe lässt es sich gut schlafen, auch wenn man dann die schönste Aussicht verpasst - hier übrigens in der Belchen-Bahn (Foto: Haas).

In einer Kraxe lässt es sich gut schlafen, auch wenn man dann die schönste Aussicht verpasst – hier übrigens in der Belchen-Bahn (Foto: Haas).

Es gäbe noch so viele andere Möglichkeiten der Fortbewegung. Das Robben, Krabbeln, Rollen, auf Knien gehen, auf dem Arm oder der Schulter getragen werden habe ich ausgelassen. Wenn wir aber spannendere Dinge wie das Radfahren oder Fliegen ausprobiert haben, berichte ich weiter. Bis dahin lest doch meine Vaterfreuden, Teil 1 bis 9:

 

Advertisements

Ein Kommentar zu “Vaterfreuden (X): Unterwegs

  1. Pingback: Vaterfreuden (XI): Am Wühltisch | Gesammelte Werke: sebhaas bloggt

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.