Aus meinem Archiv: Verrückte Unfälle

Wenn auf der Straße die Sirenen heulen, springt der gemeine Lokaljournalist auf und fährt zum nächsten Unfall. Manche meiner Kollegen erleben Schlimmes und sehen im Jahr mehrere Tote. Und ich? Hatte großes Glück. Wenige Unfälle, und die immer irgendwie anders. Wie diese beiden: der erschossene, ausblutende Stier – und Kuhdomino. In gekürzter Form mal wieder veröffentlicht.

Vilshofener Anzeiger, 14. November 2006: Sturz rettet Stiere nicht vorm Schlachthof. Mit einem Knall war alles vorbei. Ein Veterinär beendete im Auftrag der Polizei mit einem gezielten Schuss das Leben eines Stiers im Innenhof eines landwirtschadftlichen Anwesens. Der Stier war mit neun seiner Artgenossen aus einem umgestürzten Hänger geflohen.

Der Fahrer eines Tiertransports sollte seine Ladung, 32 Stiere, zum Schlachthof bringen. In der S-Kurve bei Altham stürtze der Hänger des Lkw aus bisher ungeklärter Ursache auf die linke Fahrbahnseite und schleifte noch einige Meter auf der Straße, ehe der Sattelzug zum Stehen kam. Zehn Stiere, die sich im oberen Stockwerk des Anhängers befanden, entkamen nach dem Sturz ins Freie und rannten auf der Straße und den Wiesen ringsum umher. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren, mehr als 20 an der Zahl, konnten sie jedoch schnell in einem Bauernhof zusammentreiben. Ein Stier war derart verletzt, dass er an Ort und Stelle getötet werden musste, um ihm zusätzliches Leid zu ersparen. Die anderen konnten abtransportiert werden und starben im Schlachthof der erwarteten Tod. (…)

Viechtacher Bayerwaldbote, 20. September 2005: Nach Schleuderfahrt in Kuhstall gekracht. Ein Unfall mit ungewöhnlichen Folgen: Eine 22-Jährige war mit ihrem Auto von der Straße abgekommen und krachte in den Stall eines Bauernhofes. Dabei rammte das Auto eine Kuh, die in den Güllegraben fiel. Die Fahrerin verletzte sich schwer und wurde ins Krankenhaus geflogen, die Kuh konnte unbeschadet aus der Gülle geborgen werden. (…)

Die Feuerwehren leisteten schnelle und vorbildliche Hilfe: Zuerst wurde die Unfallfahrerin versorgt. Dann barg man mit den vereinten Kräften von zehn Mann und der Hinzunahme von Wasserschläuchen die Kuh aus der Jauchegrube. Das Tier hatte einen Schock erlitten, erhielt vom Tierarzt eine Infusion und stand nach einer halben Stunde wieder – wenn auch noch auf wackligen Beinen.

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