Unterwegs im: Olympischen Beijing

Heute beginnen die Paralympics 2012 in London – das nutze ich, um eine erste und letzte Zugabe zu meiner Olympia-China-Kolumne aus Beijing 2008 zu geben. Eine kleine (und ich hoffe auch ein wenig informative) Fotoreise durch das olympische Peking. Viel Spaß damit – und bald geht’s wieder auf die nächste Reise…

Die Stahlkonstruktion des Olympiastadions von Beijing (Fotos: Haas).

Das Nationalstadion, umgangssprachlich Vogelnest genannt, wurde zu den Olympischen Sommerspielen 2008 von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron entworfen – sie hatten zuvor bereits die Münchner Allianz Arena gebaut. 330 Meter lang, 220 Meter breit und 69,2 Meter hoch, das sind die Maße dieses außergewöhnlichen Bauwerks. Eigentlich sollte ein großes durchsichtiges Schiebedach das Stadion überspannen – doch wegen immenser Überschreitungen der Baukosten und gestiegenen Stahlpreisen hatte man kurzfristig auf das Dach verzichtet. Auch so ist das Nationalstadion eine Augenweide: die Außenhülle besteht aus einem Stahlgerüst, das 42.000 Tonnen schwer ist.

Heute ist im Stadion leider nicht mehr viel los. Hin und wieder ein Leichtathletik-Event oder ein Fußballspiel. Die Zuschauerkapazität wurde von 91.000 auf 80.000 verringert, es gibt Restaurants, Geschäftsräume und Läden für Touristen – doch eine Stimmung wie bei Olympia 2008 wird hier so schnell nicht wieder aufkommen.

Auch bei Nacht eine Augenweide: das bird’s nest.

Das Nationale Schwimmzentrum, auch Water Cube genannt, war Schauplatz der olympischen Wettbewerbe im Bahn- und Synchronschwimmen sowie Kunst- und Turmspringen. Die Halle steht direkt neben dem Olympiastadion.

Diese Wabenstruktur ist einzigartig: das Nationale Schwimmstadion in Beijing.

Das Tollste an diesem Bau ist natürlich seine Fassade: Eine Reihe unregelmäßiger Waben erinnert Seifenschaum oder Seifenblasen – ein wenig so, wie wir es in Deutschland heute von der Allianz Arena in München kennen. Darüber hinaus haben diese Waben auch einen nützlichen Zweck: sie können die einfallende Sonnenenergie zum Heizen der Wasserbecken und der Innenräume nutzen. Dafür hat der Watercube im Jahr 2009 auch den IOC/IAKS Award gewonnen, einen Architekturpreis, der im Betrieb bewährte Sport- und Freizeitbauten auszeichnet. Ähnliche Bauten stehen mittlerweile in Macau oder Melbourne.

Nicht minder beeindruckend bei Nacht: Der „Wasserwürfel“ leuchtet in vielen Farben.

Im heißen Olympischen Sommer 2008 war das Beheizen der Anlage nicht nötig, heute aber schon. Denn der water cube ist heute ein Spaßbad mit zusätzlicher Sporthalle, Kino, Clubs und sogar einer Eisbahn. Das Wettkampfbecken wird aber weiterhin für Sportveranstaltungen genutzt.

Eine Miniatur aus Streichhölzern? Nein, das Original-Wukesong-Stadion in Beijing.

Im Stadion Wukesong fanden bei Olympia 2008 die Basketballspiele statt. Der Bau, dessen Fassade an eine Reihe von Streichhölzern erinnert, hat drei unter- und vier oberirdische Etagen und wurde in den Jahren 2005 bis 2008 fertig gestellt. Und wie es aussieht, wenn das Zweite Deutsche Fernsehen chinesisch sein will, könnt Ihr hier sehen.

Die Olympia-Highlights wurden aus einer nachgebauten Pagode im Kempinski Hotel Beijing übertragen. Hier war auch das Deutsche Haus untergebracht.

Zu guter Letzt noch einmal alle meine wieder veröffentlichten China-Kolumnen aus Beijing 2008 übersichtlich zusammengestellt und verlinkt: