Das rockt! (PNP vom 8.3.2010)

„Rock it“ und sein Regisseur Mike Marzuk begeistern in Bad Füssing

Abgesehen von ein, zwei vorhersehbaren Szenen und den stereotypen Charakteren ist der deutsche Musicalfilm „Rock it!“ absolut sehenswert. Deshalb löcherten die zumeist jungen Gäste in der Filmgalerie Regisseur Mike Marzuk am Freitagabend mit ihren Fragen und verabschiedeten ihn mit viel Applaus.

Über einen gelungenen Musicalabend freuten sich Regisseur Mike Marzuk (Mitte) sowie die Kinobetreiber Christian und Karin MitzamDieser für Teenager konzipierte Film bedient die gängigen Klischees: Die Hauptpersonen sind die Guten, sie sehen hübsch aus, man möchte mit ihnen befreundet sein. Die Karrierefrau hat aufgespritzte Lippen und ihre überehrgeizige Tochter versteht es meisterhaft, das Mauerblümchen für sich auszunutzen – bis diese am Ende all ihren Mut zusammennimmt und ein absehbares Happy End heraufbeschwört.

Nun zu alledem, was dieses Musical zu einem wirklich guten Film für Kinder, Jugendliche und deren Eltern macht, die sich nicht zu schade dafür sind, mal wieder ein wenig jünger zu denken: „Rock it“ geht zur Sache. Die Musik macht Freude – laut aufdrehen, bitte! Die Farben sind bunt, die Lichter grell, die Dialoge frech, die Szenen schnell geschnitten. Der Film setzt sich spielerisch mit Themen auseinander, die für die Jugend wichtig sind: Freundschaft und Mut, Styling und Musik, die eigenen Ansprüche und die der Eltern, Skaten und Rappen, Coolness und Spießigkeit, Wohlstand und Armut.

Und nun mal ganz ehrlich: Wir wollen die Musik doch laut aufdrehen, egal ob Rock, Klassik oder Jazz. Wir wollen in einfachen Worten und direkt unsere Gefühle ausdrücken. Wir wollen, dass Mut belohnt wird. Wir wollen uns gegen die Oberlehrer auflehnen. Wir wollen die Krawatten ablegen und unseren Hemdkragen öffnen. Wir wollen, dass es regnet, wenn wir Liebeskummer haben. Und wenn wir frisch verliebt sind, wollen wir tanzen und küssen. Und wir wollen ein Happy End. Oder etwa nicht?

Regisseur Mike Marzuk erzählte fast eine Stunde lang, wie „Rock it!“ zustande kam. So erfuhren die interessierten Zuhörer zum Beispiel, dass auch ausgewachsene Stuntmänner eine 16-jährige junge Dame doubeln können, wenn man sie in die richtigen Frauenkleider steckt. Nach dem Ende des Drehs hat es fast drei Monate gedauert, um das ganze Material zusammenzuschneiden. Vollständig fertig war der Film tatsächlich erst zwei Wochen vor dem Kinostart, und gekostet hat er 3,8 Millionen Euro. „Wie man das genau zurückverdient, weiß ich nicht“, gab Mike Marzuk mit einem verschmitzten Lächeln zu.

Überhaupt nicht teuer ist übrigens ein Trick, mit dem man Jungschauspieler dazu bringt, für eine Szene praktisch vier Drehtage lang Tränen zu vergießen. „Was Scharfes unter die Augen reiben, dann läuft das schon“, verriet Marzuk. Deutlich mehr Training steckten hinter Gesang und Tanz bei „Rock it!“: Alle Darsteller haben die Lieder tatsächlich selbst gesungen, mal abgesehen von einer Opernarie. Und getanzt haben auch alle selbst. Zwei Wochen Training waren dafür nötig. Wie lange die Tänzer vom FACT Dance Club in Pocking für ihren Auftritt geprobt haben, haben sie nicht verraten. Mit einer tollen Choreografie hatten sie den Zuschauern schon vor dem Musical heftig eingeheizt.

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Ein Kommentar zu “Das rockt! (PNP vom 8.3.2010)

  1. „Rock it“ ist ein sehr interessanter Film.
    Ich finde es schön, daß Julia sich Toni genannt hat.
    Die Eltern von Francesca fand ich sehr lustig.
    Die zwei anderen Rapper waren sehr komisch, vor allem einer, der die Batterien gekauft hat, aber sie nicht in den Cassettenrecorder getan hat. Den Nick fand ich seltsam. An Julia fand ich am besten, weil sie nicht auf ihre Eltern gehört hat. Sie hat statt dessen in einer Rockband mitgespielt.
    Gloria 9Jahre alt

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